Chronik


Zu Beginn des Jahres 1860 beschlossen 9 in Uelzen wohnende Brüder aus Logen in Salzwedel, Hamburg, Nienburg und Hildesheim auf Anregung von Bruder Hoppe und unter Führung von dem Üelzener Propst Bruder G. Oberdieck, in Uelzen eine Loge zu gründen.
Bei dem Großmeister der Großloge von Hannover, dem König Georg V. wurde die Genehmigung erbeten, die neu zu gründende Loge

"Georg zur Deutschen Eiche"

nennen zu dürfen, die Eiche als Wahrzeichen der Stadt Uelzen, dem Allerdurchlauchtigsten Namen hinzufügend, so berichtet der Chronist.
Laut Rescript vom 27.06.1860 wurde die Konstituierung der Loge unter dem gewünschten Namen gestattet, König Georg erklärte sich gern bereit, die Patenstelle zu übernehmen.
Beratungen folgten auf Beratungen, die Requisiten wurden beschafft, zum größten Teil gestiftet, und am 3o. August wurde im Hause des Bruders Hoevermann der erste Beamtenrat gewählt.
Erster Meister vom Stuhl wurde Bruder Oberdieck, der seit 1828 dem Bunde angehörte und der sein wichtiges Amt bis zu seinem im Jahre 1872 erfolgten Tode verwaltete. Eine Reproduktion des in Oel gemalten Portrait des Propstes, dessen Original in der St. Marienkirche hängt, schmückt unseren Tempel.
Die Installation, das Fest der "Lichteinbringung", geschah am 21. September 1860. Eisenbahn und Post-Extrawagen brachten Brüder aus nah und fern, um die feierliche Geburtsstunde unserer ehrwürdigen Loge mitzuerleben. Insgesamt waren 96 Brüder anwesend. Die Feier fand statt im "Clubhaus", Lüneburger Strasse 36, welches auch für mehrere Jahrzehnte das erste Heim unserer Loge wurde. In Vertretung des Königlichen Großmeisters wurde die Lichteinbringung durch den Zugeordneten Großmeister vollzogen, der als Patengeschenk des Königs eine Bibel überreichte mit dessen eigenhändiger Eintragung, welche lautet:

"Daran haben wir erkannt die Liebe, daß er sein Leben für uns gelassen hat, und wir sollen auch das Leben für die Brüder lassen".

Schnell schlug die gepflanzte Eiche, so berichtet der Chronist, neue Äste und Zweige, neues Laub kam und ging; und daß der Gärtner ab und zu eingreifen mußte, dürre Zweige zu entfernen, schwache zu stützen, dass ist einmal der Lauf der Welt. Die Annektion Hannovers durch Preußen im Jahr 1866 hatte auch für die Freimaurerei in unserem Lande Veränderungen im Gefolge. Die Hannoversche Großloge wurde aufgelöst.
Nach langen Überlegungen und auch wohl nach manchen Kämpfen entschlossen sich die Brüder unserer Loge, sich der "Großen Nationalmutterloge zu den drei Weltkugeln" anzuschließen. Dieses Mutter-Tochter-Verhältnis blieb fast 7o Jahre bestehen, nämlich bis zum Verbot der Freimaurerei in den Dunkeljahren unseres Volkes nach 1933, da das vornehmste Ziel der Loge,das Wirken für Freiheit und Menschenwürde, im Gegensatz stand zu der despotischen und antihumanitären Geisteshaltung der Machthaber. Die Folge war Verfolgung der Brüder Beschlagnahme der Logenakten, Raub des Logeninventars und des Vermögens. Trotz alledem trafen treue Brüder sich heimlich bei Stammtischen oder zu Skatabenden in den Wohnungen der Brüder.

Die Jahre vergingen, der furchtbarste aller Kriege ging zu Ende. Und doch, schon bald nach Beendigung der Kampfhandlungen, in schwerster Notzeit unseres Volkes, trotz des Drucks der Besatzungsmächte, trafen sich die Brüder bereits regelmäßig. Schon am 16.10.1947 wurde die Neugründung der Loge beschlossen. Noch aber durften die Deutschen keine Vereinigungen bilden. Erste Genehmigungen zur Neugründung von Freimaurerlogen wurden in der französisch besetzten Zone erteilt. Die Engländer, bei uns also, ließen sich Zeit. Da aber die Brüder wußten, daß auch hier die Genehmigung nur eine Frage der Zeit sei, nutzte man die Zeit. Requisiten wurden beschafft, richtiger gesagt, sie wurden gestiftet. Altar und Säulen ließ ein Bruder in seiner Werkstatt anfertigen, um nur ein Beispiel zu nennen. 27 Brüder erreichten dann nach Hangen und Bangen nach 2 Jahren die Genehmigung.

Am 18.September 1949 war die feierliche Lichteinbringung, und zwar wieder im Clubhaus, während die letzten Jahre vor 1933 in einem sehr fein hergerichteten Tempel in den "Drei Linden" gearbeitet wurde. Von dem Eifer der Brüder zeugt, daß bereits vor der Installation, am 24.8.1949 in der Aula der Mittelschule die erste Meistererhebung durchgeführt wurde, allerdings infolge der fehlenden und mangelnden Ausstattungsmöglichkeiten nur symbolisch. Man hatte der Eiche wohl in blindwütigem Haß den Stamm abhauen können, die Wurzel aber blieb gesund. Ein neuer Stamm entsproß ihr, bildete Äste und Zweige, und nun wächst und gedeiht sie wieder. Erster Meister vom Stuhl waren die Brüder Kadow und Böttcher, die sich mit anderen Brüder große Verdienste um die Neugründung erworben hatten. Dafür sei ihnen an dieser Stelle gedankt. Ich gedenke auch in Treue der Brüder, die nach 1947 in den Ewigen Osten eingingen; von den 27 Mitbegründern sind es 17 Brüder.

Nach kurzer Amtszeit als M.v.St. des Bruders Heitmann übernahm Bruder Ernst Brandt die Leitung der Loge im Jahre 1952. In den acht Jahren seiner Amtszeit gedieh die Eiche weiter bei ernster Arbeit. Erschwert wurde diese durch die unglücklichen räumlichen Verhältnisse im Clubhaus (z.B. Tempelarbeiten im faschinggeschmückten Saal). Die Räumung des zum Abbruch verurteilten Clubhauses war hierfür zwar eine Erlösung, doch hatten wir nunmehr kein Heim! Zusammenkünfte der Brüder fanden danach im Gildehaus statt; die Arbeiten wurden gemeinsam mit den Brüdern. der Loge "Selene zu den drey Thürmen" in Lüneburg mit wechselnder Leitung abgehalten. Die Zahl der Brüder stieg trotz dieser Umstände auf 41 an.

Bis 1960 wurde im Uelzener Clubhaus gearbeitet. Doch mußte dann die Räumung erfolgen, da das Clubhaus zum Abbruch verurteilt war.

Mit dem Maurerjähr 196o/61 übernahm Bruder Helmut Benecke die Leitung der Loge. In dieses Jahr fiel die Jubiläumsfeier des 1oo-jährigen Bestehens unserer Loge. Wenn wir auch ohne Logenheim waren, so sollte dieses für unsere Loge bedeutsame Ereignis nicht sang- und klanglos vorübergehen.
Am 10.11.1960 vereinigten wir uns zu einer wohlgelungenen, würdigen Feier im schönen Saale des Gildehauses mit unseren Schwestern und mit geladenen Gästen. Die Festansprache hielt unser Ehrenmitglied, der M.v.St. der Lüneburger Loge, Bruder Nitsche.

Bald danach schon konnten wir Verhandlungen aufnehmen zwecks Mietung des Hauses Linsingenstr. 22. Diese hatten den gewünschten Erfolg. Dank der Einmütigkeit und Opferbereitschaft aller Brüder waren wir Besitzer eines, wenn auch nur gemieteten, Logenheimes.

Nach über 100-jährigem Bestehen unserer Loge das erste Mal in eigenen Räumen, Das Logenleben wurde intensiviert, tempelarbeiten wurden regelmäßig durchgeführt, und in vielen brüderlichen Zusammenkünften lernten sich die Mitglieder unserer Loge besser kennen und verstehen. Durch viele glückliche Umstände bezogen wir im Dezember 1963 ein neues Logenheim in der Ebstorfer Straße 41. Ein eigener und schöner und großer Tempel steht uns hier zur Verfügung für unsere Arbeiten! weitere Räume konnten wir untervermieten für ein Ehepaar, welches auch gleichzeitig die Bewirtschaftung unserer Loge übernahm. Zwei große Clubräume stehen uns zur Verfügung für unsere brüderlichen Zusammenkünfte. Fraglos trägt dieses Logenheim mit dazu bei, daß der Besuch der Arbeiten und der übrigen Veranstaltungen ein den Umständen nach guter ist, und daß der Geist der Bruderschaft so ist, wie er sein soll. Eine erste Veranstaltung war dort am 18. Dezember 1963 eine seit 1961 jährlich durchgeführte Waisenbescherung für 10 Kinder.

Unter der Leitung des ehrw. Mst. v. St. H. Benecke schien eine vollendete Harmonie zu sein. Im Jahr 1966 übergab Br. H. Benecke dem jungen Br. Joachim Lüdemann-Gurr den 1. Hammer. Neue Impulse belebten die Logenarbeit doch Rückschläge waren auch jetzt nicht vermeidbar. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 7. November 1974 erfuhren die Brr., daß das aufwendige Logenheim in der Ebstorfer Straße nicht mehr zu halten sei. In anhaltenden und heftigen Diskussionen wurde die neue verzweifelte Situation erörtert und nach einer Alternative gesucht.
Eine Erlösung kam es gleich, als der Br. J. Lüdemann-Gurr das Souterain seines Hauses am Ilmenauufer 8 anbot.
Wieder waren Opfergeist und Einsatzbereitschaft von der Bruderschaft gefordert.
Am 15. Januar 1976 begingen die Brr. wieder einmal in den neuen Räumen eine feierliche Lichteinbringung. Zäh und mit unermüdlichem Streben bemühte sich der Mst- v. St. um das Profil unserer Bauhütte, seinem Durchhaltevermögen seinem unerschütterlichem Glauben an die Freimaurerei und seinem vorbildlichen Verhalten ist es zu danken, daß die Loge diese Keller dunkler Jahre überstand.

Abermals stand ein Umzug an. Mit einem weinenden und einem lachendem Auge bezogen die Brr. den neu geschaffenen Tempel in der Veerßer Straße 15. Am 14. Mai 1981 wurde das Licht in den Tempel eingebracht.
Dreiundzwanzig Jahre arbeiteten die Brr. im 3. Stock dieses Hauses und manch liebe Hand stützte sich schwer beim Aufsteigen auf das Treppengeländer. Einige Brr. legten ihre Werkzeuge für immer ab und neue folgten Ihnen.

Im Jahre 2004 wurde mit großem Einsatz, finanziell und arbeitsmäßig, unter der Leitung unseres Mstr. v. St. Br. Fred Lehne, der Ausbau eines Lagerhauses im hinteren Teil der Veerßer Str. 15 zum Logenhaus geschaffen.
Es ist ein gelungenes Werk und möge eine lange Kette von Brr. hier die wohltuende Wirksamkeit der Maurerei in immer weitere Kreise tragen.

Im Mai 2010 feiern wir das 150. Stiftungsfest. Es kamen viele Brr. aus Deutschland wie auch aus dem Ausland, um mit uns dieses Jubläum zu feiern.

Im Jahre 2012, nach zehn Jahren im Amt hat unser MvSt. Br. Fred Lehne den Hammer an unseren Br. Detlef Reiß übergeben. Die Brr. unserer gerechten Loge dankten dem Br. Fred Lehne für seine Arbeit und konnten feststellen, dass er herausragendes für die Loge geleistet hat.

Unter dem MvSt. Br. Detlef Reiß wurde fleißig gearbeitet und es konnten viele neue Brr. aufgenommen und angenommen werden.
Auch die "Heideloge", eine in der Vergangenheit sehr beliebte "Arbeit" wurde wieder in den Arbeitsplan aufgenommen.

Im Juni 2014 übergab unser MvSt. Br. Detlef Reiß den Hammer an unseren neuen MvSt. Br. Manfred Hoppe.